Geschichten von See

Reiseberichte 2020
Guayaquil Express
24. Mai bis 26. Juli 2020

Zwei-ein halb Wochen später hieß es für mich wieder Taschen packen und mit dem Zug nach Hamburg. Es ging noch einmal für zwei Monate auf die Guayaquil Express. Es ging von Nordeuropa nach Südamerika und zurück. Ein sehr schöner Dienst und beliebt für Landgang. Oh Moment… da macht Corona wohl einen Strich durch die Rechnung. Naja egal, es wird bestimmt eine tolle Reise werden. Und ja so war es dann auch. Natürlich ging es während dieser Reise auch zweimal durch den Panamakanal und übrigens habe ich nun sieben Mal den Atlantik überquert.
Doch meine Reise auf der Guayaquil Express war trotzdem aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Ich habe viel gelernt und konnte viel praktische Erfahrungen sammeln, so dass ich nach und nach auch einige Aufgaben selbstständig übernehmen konnte und durfte. Ebenso bekam ich die Möglichkeit bereits den Wachalltag zu erleben.
Doch wofür ist Südamerika neben den Bananen, dem Kaffee, dem Kakao,… auch bekannt? Für die Drogen… Ja, das ist in diesem Dienst wohl alltägliches Geschäft. Drogenschmuggel an Bord soll natürlich unterbunden werden. 

Am 26. Juli kam ich dann von einer sehr schönen und spannenden Reise wieder zurück nach Hause.


Ningbo Express
05. Januar bis 06 Mai 2020
Die erste Einzelreise oder der Beginn einer Pandemie

Am 05. Januar ging es für mich wieder an Bord, diesmal auf die Ningbo Express. Diesmal hieß es wieder Anmustern in Barcelona und 1,5 Rundreisen des Mittelmeer-Orient Dienstes, der neben dem Suezkanal auch durch das Piratengebiet im Roten Meer führt.
Angekommen an Bord hieß es direkt umziehen und beim Proviant helfen. So übernahmen wir reichlich Proviant für die nächsten Monate und für mich hieß es vor Allem Wasser schleppen und einräumen. Hierbei lernte ich dann auch meinen Mit-Azubi kennen. Kurze Zeit später hieß es dann „auf Manöverstation, leinen los“ und auf in Richtung Fos. In Fos und auch in den beiden folgenden Häfen Genua und La Spezia nutzten wir natürlich neben der Arbeit auch die Zeit um an Land zu gehen. Danach war unser nächstes Ziel der Ort Marsaxxlok, welcher sich auf Malta befindet. Hier war diesmal kein Landgang möglich, da unser Hafenaufenthalt nur sehr kurz war (naja beim nächsten Mal geht es bestimmt wieder…). So fuhren wir weiter nach Ägypten und anschließend dort durch den Suez-Kanal. Es folgte der Hafen Aqaba in Jordanien und Jeddah in Saudi-Arabien. Dort gingen wir allerdings aus den unterschiedlichsten Gründen nicht an Land. Beides sind dennoch schöne Häfen.
Nun ging es für uns durchs Piratengebiet am Bab-el-Mandeb. Wieder aus der Piraten-Gefahrenzone raus war es für uns allerdings noch nicht vorbei mit potenziellen Gefahren. Denn nun ging es für uns durch die Straße von Hormuz in den Persischen Golf um dort Qatar und die Vereinigten Arabischen Emiraten anzulaufen. Anschließend ging es über Pakistan und Indien wieder zurück zum Suezkanal.
Dort habe ich es leider nicht an Land geschafft, konnte dennoch ein wenig von den Ländern sehen.
Wieder nördlich des Suezkanals (in dem ich natürlich auch steuern durfte) angekommen hieß unser erster Hafen wieder Malta. Diesmal hatten wir die Möglichkeit an Land zu gehen, so fuhren wir nach Valletta. Zufälligerweise war gerade Rosenmontag und auch auf Malta scheint Karneval gefeiert zu werden. So erlebten wir dort einen kleinen Karnevalsumzug und konnten später noch ein wenig feiern gehen. Wir liefen La Spezia an und gingen erneut an Land, daraufhin ging es über Genua nach Spanien. Der erste Hafen dort war Valencia. Hier schafften wir es fast einen ganzen Tag an Land zu gehen und mieteten daher ein Auto um die „nähere“ Umgebung ein wenig zu erkunden. Auch im nachfolgenden Hafen, Barcelona, schafften wir es noch einmal kurz an Land bevor wir nach Fos fuhren. Dort besichtigen wir noch ein kleines Fischerdorf und dann war unser nächstes Ziel wieder Genua.
Bis dato hatten wir nur kleinere Auswirkungen der langsam aufkommenden Pandemie bemerkt, doch nun schien es los zu gehen. Kurz nachdem wir aus Genua ausliefen kam es zum Lockdown in Italien und der Hafen machte dicht. Landgang in Malta? – nicht möglich. Auch in Ägypten zeigten sich die ersten Auswirkungen, so kamen zunächst Gesundheitsbehörden an Bord, natürlich alle in Vollschutz. Dies zog sich sowohl durch den Suez-Kanal als auch alle weiteren Häfen so durch. Unsere Abmusterung in Jebel Ali bei Dubai kam näher. Es kamen fragen auf „Können wir überhaupt abmustern? Wie kommen wir nach Hause? …“. Schlussendlich gab es die Lösung darauf recht schnell – Abmusterung nicht möglich. So konnten wir nicht Ende März nach Hause und blieben noch den Rest der aktuellen Rundreise an Bord.
Wieder nördlich des Suez-Kanals angekommen bot uns auch in Europa das Bild der Pandemie. Ja, wir kamen in die Häfen rein, aber Landgang war auch für uns Europäer nicht möglich. Unsere Abmusterung war nun für Barcelona geplant, was sich auf Grund einiger Verzögerungen bereits um über eine Woche nach hinten verschoben hatte. Doch können wir in Barcelona abmustern? Die Antwort auf diese Frage war bis zur letzten Minute spannend, denn die spanischen Behörden forderten, dass das Flugzeug gen Heimat abgehoben ist, bevor das Schiff den Hafen verlässt. Doch der gute Wille unseres Kapitäns zahlte sich aus wir bekamen die Möglichkeit eine Nacht in einem Hotel zu verbringen um im Anschluss nach Hause zu fliegen. So bin ich dann am 06. Mai wieder zu Hause angekommen.

Hier sind Bilder der Reise zu finden.


Reiseberichte 2019
Die Ausbildung
Meine Ausbildung zum Nautischen Offiziersassistenten bei der Hapag-Lloyd AG.


Die ereignisreiche zweite Rundreise - bis 17. Dezember 2019
Abgelegt in Barcelona begann unsere zweite Rundreise. Auch hier fuhren wir zuerst Valencia an, bevor es über den Atlantik in die USA ging. Doch diesmal konnten wir auch in Valencia an Land und erkundeten hier etwas die Stadt. Nachdem wir in der doch sehr verwinkelten Innenstadt einen Supermarkt gefunden hatten, konnten wir für die anschließende dritte Atlantiküberquerung einkaufen und schon ging es zurück aufs Schiff und raus auf den Atlantik. Nach einiger Zeit passierten wir dann die Azoren. Glück, dass diese zu Portugal zählen und damit auch europäisches Mobilfunknetz vorhanden ist. So konnte man sich noch einmal daheim melden, bevor es dann schnurstracks in Richtung New York ging. Die Atlantiküberquerung war wieder sehr ruhig. Wirklich schlechtes Wetter hatten wir nicht. An Bord selbst wurden, wie bei beiden letzten Überquerungen auch, Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Ich ging während gesamten Überquerung diverse Brückenwachen, auch wenn man kaum Schiffe oder Land sah (außer natürlich in der Gegend der Azoren), konnte man viel lernen. Gerade die Nächte, die nicht bewölkt und in denen der Mond nicht zu hell oder gar nicht zu sehen war, konnte man sehr gut zum Sternebeobachten nutzen und sich mit diversen Sternbildern, gerade denen die für die Navigation von Bedeutung sind, vertraut machen. Gleichzeitig konnte man aber auch das Wettergeschehen gut beobachten und analysieren und den Unterschied zwischen Dünung und Windsee klar ausmachen, …
Angekommen in New York war es dann doch relativ kalt. Wir hatten nachts Temperaturen um die 0°C zu erwarten. Doch daran hatte ich mich schnell „gewöhnt“, auch wenn man zum Teil, gerade auf der Manöverstation beim An- und Ablegen auch ziemlich gefroren hat. Zu unserer aller Freude durften wir diesmal auch New York von Landseite aus erkunden. Dank einem deutschen Pastor der Seemannsmission kamen wir aus dem Hafen raus und wurden an einem Bahnhof in New Jersey gefahren, es ging also mit der Bahn weiter, um dann mit der Fähre über den Hudson River nach Manhattan zu kommen. Wie sollte es anders sein, musste natürlich zuerst das One World Trade Center und der Ground Zero entdeckt werden, bevor es dann weiter über den Broadway von New York zum Bagel-Essen ging. Hier nahmen wir uns ein Uber und erkundeten (schon in der Abenddämmerung) einen kleinen Teil des Central Parks, gingen anschließend noch zum Time Square und mussten dann leider schon zurück in Richtung Schiff. Für das nächste Mal New York stehen auf jeden Fall die Freiheitsstatue (die ich aber glücklicherweise mehrfach von Wasserseite aus gesehen habe), die Brooklyn Bridge und der Central Park bei Tag auf dem Plan.
Nun steuerten wir Norfolk an, auch hier war es noch sehr kalt. Neben Landungswache-Gehen, also dem Überwachen der Lade- und Löschoperationen, dem Überprüfen der Kühlcontainer und der Gefahrgut-Container, ging es auch hier an Land. Mit einigen anderen Kadetten fuhren wir in die Shopping Mall. Neben dem Erkunden der Geschäfte gingen wir auch sehr leckere Burger essen. Später fuhren wir dann zurück in Richtung Schiff. Unser nächstes Ziel war dann Savannah, Georgia, mit einer neuen Kapitänin an Bord. In Savannah war auch ich nochmal auf Brücke und steuerte auf Anweisung des Lotsen/der Kapitänin das Schiff sicher durch den Savannah River bis hin zu unserem Liegeplatz, außerdem führte ich das Brückenbuch, während der andere Kadett steuerte. Parallel muss natürlich immer Ausguck gegangen werden. In Savannah ging es abends noch kurz an Land (in einen Supermarkt für Weihnachten einkaufen) und Essen und dann zurück zum Schiff. Wie sollte es anders sein regnete es in Savannah auch das ein oder andere Mal bei immer noch recht schattigen Temperaturen. Beim Auslaufen war ich dann natürlich auch wieder auf Brücke, bereitete zusammen mit einem anderen Kadetten die Brücke vor, bevor es dann weiter ging in Richtung Miami.
Auch in Miami durften wir an Land. An Land ging es mit dem sogenannten Trolley (um aus dem Hafen rauszukommen), und weiter mit einer autonom fahrenden Bahn (alles kostenfrei). Ich fuhr zusammen mit einem anderen Kadetten nach Miami Beach. Dort erkundeten wir erstmal den Ort Miami Beach selbst, aßen sehr gute Baguettes, und schwammen im Meer, wo wir durch Zufall noch auf andere Kadetten trafen. Schon mussten wir zurück nach Downtown Miami, wo ich noch einige Souvenirs kaufte und wir in der Bayside von Miami Pizza essen gegangen sind.
Abgelegt in Miami überquerten wir zum vierten Mal diese Reise den Atlantik. Diesmal stand neben Brückenwache auch die Möglichkeit einen Ballastwassertank zusammen mit einem anderen Kadetten, dem Bootsmann und 1. Offizier zu inspizieren auf dem Plan. Darüber hinaus entrosteten wir die Arbeitstrommeln der Winden auf der vorderen und achteren Manöverstation, überholten die Deckel der Windenbremsen, malten an Deck und so weiter.
Der Hafen von Algeciras konnte leider nicht direkt angefahren werden. So trieben wir zunächst vor dem Hafen. Mussten im Anschluss sowohl im Hafen als auch danach auf Reede (vor Anker) bunkern. Übersprangen zunächst auf Grund von Wind For sur Mer und fuhren in Richtung Genua. Auch vor Genua mussten wir zunächst treiben. Angekommen in Genua hatten wir aber neben Ladungswachen auch die Möglichkeit an Land zu gehen und aßen sehr leckere Pizza. Wieder raus aus Genua ging das gleiche Spiel mit dem Treiben vor La Spezia weiter. Endlich in La Spezia angekommen fuhren wir mit dem Zug nach Pisa, wo wir vor dem schiefen Turm Spleißen übten, um danach etwas die Freizeit in Pisa zu genießen. Von La Spezia fuhren wir dann ohne weitere Zwischenfälle über Fos sur Mer und Barcelona nach Valencia. Hier endete unsere erste Ausbildungsreise und es ging für uns in Richtung Flughafen und mit sieben Tagen Verspätung nach Hause.
So ging eine sehr schöne, erlebnisreiche und spannende Zeit zu Ende, bis es dann Anfang Januar wieder weiter geht.
Einige Bilder der Reise sind hier zu finden.


Die ersten Wochen an Bord der Chicago Express - ab 17. September 2019
Nun ist die Hälfte der Reise vorbei. Wir sind aktuell wieder in Barcelona und haben einige Häfen in den USA (New York, Norfolk, Savannah und Miami) und auch einige Häfen in Europa (Algeciras, Fos sur mer, Genua und La Spezia) hinter uns.
In New York konnten wir leider auf Grund einer lokalen Regelung nicht an Land gehen. Das war sehr schade, denn gerade auf den New York Landgang hatte ich mich schon sehr gefreut. Die Skyline von New York konnte man vom Schiff aus sehen und auch fotografieren, nur hin gehen konnte man nicht, was zeitweise schon recht frustrierend gewesen ist.
Dafür hatten wir in allen drei anderen Häfen die Möglichkeit an Land zu gehen. In Norfolk, dem Hauptstützpunkt der US Navy und größtem Militärhafen der Welt, sind wir alle zusammen in Uniform an Land gegangen und haben das dortige Maritime Museum mit dem dazugehörigen ehemaligen Zerstörer USS „Wisconsin“ besichtigt. Im Anschluss haben wir dann noch etwas Freizeit bekommen, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, was mich mit einigen weiteren erstmal etwas essen führte, um im Anschluss den nächsten Supermarkt aufzusuchen.
Kurze Zeit später kamen wir dann in Savannah (Georgia) an. Hier hat es den ganzen Tag in Strömen geregnet, so dass wir alle sehr nass geworden sind. Dennoch haben wir die Zeit genutzt die Stadt zu erkunden und sind in kleinen Gruppen los gegangen. Hier ging es dann zuerst an der Pier essen um im Anschluss gestärkt durch die Stadt zu laufen. Wir haben dann dort das berühmte Savannah College of Arts and Design (SCAD) und andere Sehenswürdigkeiten besichtigt und noch einige Parks kennen gelernt. Natürlich durfte ein Stopp im amerikanischen Supermarkt Target nicht fehlen.
Nach Savannah ging es dann für uns noch nach Miami, dem letzten Hafen an der amerikanischen Ostküste, bevor es für uns zurück nach Europa ging. Dort kamen wir recht spät abends an, durften dann aber noch an Land. Das Shuttle in Form des Security-Dienstes war recht klein für 16 Personen, so sind wir vom Schiff aus mit einem Pick-Up auf der Ladefläche sitzend,aus dem Hafen raus, an der Polizei vorbei zur Bayside von Miami gefahren. Hier erkundeten wir dann in Kleingruppen die Stadt und sind nach dann auch nach Miami Beach gefahren. So haben wir neben der kostenlosen, autonomen Stadtbahn von Miami auch noch einige einheimische bei Uber-Fahrten kennengelernt.
Wieder zurück in Europa war unser erster Hafen Algeciras in der Bucht von Gibraltar. Auch hier gingen wir neben der regulären Arbeitszeit an Land. Mit einigen anderen fuhr ich nach Gibraltar. In Gibraltar selbst nutzten wir direkt die Möglichkeit mit einer Seilbahn auf den bekannten Affen-Felsen von Gibraltar zu fahren. Von dort aus hatte man eine sehr schöne Aussicht über die Bucht und die Straße von Gibraltar. Im zweiten Hafen, Fos Sur Mer in Frankreich, sind wir alle zusammen mit einem Taxi nach Arles gefahren, wo wir uns für zwei Stunden Fahrräder ausgeliehen haben, um mit dem Fahrrad durch die Camargue zu fahren. Im Anschluss sind wir dann noch mit dem Zug nach Avignon gefahren, um auch diese Stadt kennen zu lernen. In Avignon gibt es einen Papstpalast und einige weitere historische Gebäude. Mir persönlich hat die Stadt Avignon deutlich besser gefallen als Arles.
Von Fos sur Mer fuhren wir dann nach Italien und liefen zunächst Genua an. In Genua lagen wir recht lange im Hafen, so dass wir neben unserer Arbeitszeit noch die Möglichkeit bekamen an Land zu gehen. Der Hafen lag leider etwas außerhalb der Stadt selbst, so dass man mit einem Zug in die Stadt reinfahren musste, dieser war aber glücklicherweise sehr günstig. Ich war zwar zwei Mal in Genua an Land. Dennoch reichte die Zeit leider nicht um die gesamte Stadt zu erkunden. Man konnte aber einen guten Überblick bekommen und musste natürlich in Italien auch die Chance nutzen italienische Pizza und italienisches Eis zu essen. Weiter fuhren wir von Genua nach Süden nach La Spezia. Dort kamen wir schon fünf Stunden, nachdem wir in Genua abgelegt hatten an. Auch hier hatten wir dann die Möglichkeit an Land zu gehen und die Stadt zu erkunden. Zunächst führte uns der Weg in den Yachthafen von La Spezia. Im Anschluss ging es dann noch in die Innenstadt selbst, um einerseits etwas zu essen und einige Sehenswürdigkeiten in dortiger Nähe zu besichtigen.
Während der gesamten Zeit haben wir zwei Mal den Atlantik überquert. Bei beiden Überquerungen hatten wir bisher Glück. Wir hatten bei beiden Überfahrten ziemlich gutes Wetter. Die Zeit auf dem Atlantik geht dann meistens auch recht schnell vorbei, da es immer etwas zu tun gibt.
Gearbeitet wird an Bord auf Brückenwache, wo wir alle Schichten einmal durchlaufen sollen. Dort wird gesteuert, ein Trainings-Logbuch geführt, es werden Wetterdaten gesammelt und regelmäßig an den Deutschen Wetterdienst gemeldet, es werden Peilungen genommen, astronomische Kompasskontrollen mit Hilfe der Sonne oder des Mondes durchgeführt, Positionen in die Seekarte eingetragen, sich mit den technischen Navigationseinrichtungen vertraut gemacht und so weiter. Gleichzeitig arbeiten andere an Deck im Maschinenlüfter-Raum, entrosten, malen oder kontrollieren die Sicherheitseinrichtungen an Bord. Wieder andere sind im Maschinenraum und lernen den dortigen Betrieb kennen. Zusätzlich wird regelmäßig geputzt, das sogenannte Reinschiff-Machen. Jeden Abend haben wir zusätzlich zur regulären Arbeitszeit noch theoretischen Unterricht zu den verschiedensten nautischen Themen. Jede Woche sollen wir außerdem eine Projektarbeit zu einem vorgeschriebenen Thema anfertigen. In jeden Hafen gehen wir dann, auch wieder im Schichtdienst, Ladungswache. Dort überwachen wir das (Ent-)Laden der Container an Bord.
Jetzt befinden wir uns in Barcelona. Die Hälfte meiner Reise ist jetzt zu Ende, wir fahren jetzt noch einmal die ganze Route über die USA und Europa, bevor wir dann in Barcelona (Stand: 28.10.2019) abmustern werden.
Einige Bilder zu meiner Reise werde ich dann hochladen, sobald ich zu Hause bin.


Endlich an Bord der "Chicago Express" - 17. und 18. September 2019
Am 17. September ging es dann endlich los. Die erste Reise als Azubi stand an. Eine Gruppenreise zusammen mit allen anderen NOAs. Ein paar Tage zuvor erhielt ich meine Flugdaten und erfuhr damit, dass ich bereits früh morgens von Köln aus fliegen werde. Mein Flug ging um 0635 nach München, von da aus ging es nach, glücklicherweise nur kurzem Aufenthalt, weiter nach Barcelona, wo wir um kurz nach 1100 landeten. Dort wurden wir von der lokalen Agentur abgeholt und direkt zum Schiff gebracht. Die Anmusterung verlief komplett problemlos und wir sollten uns direkt unsere Overalls anziehen um den Anderen (ein paar von uns Azubis waren bereits an Bord, einige kamen auch erst später) beim Verstauen und dem an Bord holen von Lebensmitteln (dem sogenannten Proviantieren) zu helfen. Danach gab es Essen und es ging für uns weiter mit allgemeinen Informationen und organisatorischen Dingen durch unsere Ausbildungsoffiziere. Beim Ablegen in Barcelona wurden wir bereits auf die vordere und achtere (hintere) Manöverstation aufgeteilt, wo wir jeweils mit einem unserer Ausbildungsoffiziere hin gingen, um das (in der Theorie besprochene) einmal praktisch mitzuerleben.
Als nächstes liefen wir dann Valencia an. Bis dahin begannen wir mit der Sicherheitseinweisung an Bord des Schiffes. Wir machten einen Rundgang über das gesamte Schiff, um uns mit allen sicherheitsrelevanten Aspekten vertraut zu machen und um das Schiff kennenzulernen. Außerdem hatten wir bereits die Möglichkeit das Freifallboot von innen zu sehen, da wir in Form einer Übung bereits dort rein gegangen sind, um uns mit den Einrichtungen an Bord des Bootes vertraut zu machen. Außerdem haben wir uns bereits mit der Gefahrenabwehr an Bord und allen damit zusammenhängenden Aspekten beschäftigt.
Zum Anlegen in Valencia verteilten wir uns wieder auf die beiden Stationen. Zum Auslaufen werden wir dies wieder tun, werden allerdings die Möglichkeit bekommen direkt mit selbst anzupacken, die ersten von uns haben auch bereits die Möglichkeit auf Brücke zu gehen.
Von hier aus geht es dann direkt über den Atlantik nach New York.


Technik-Ausbildung – 26. August 2019 bis 03. September 2019
In der Technik-Ausbildung sollten wir technische und handwerkliche Grundlagen, die für unsere folgenden Bordeinsätze essenziell sind, erlernen.
Wir hatten unter Anderem das Thema Motorenkunde. Hier lernten wir verschiedene Motoren (2- und 4-Takt-Motoren) zusammen mit ihren Bauteilen und ihrer Funktionsweise kennen. Darüber hinaus lernten wir einen Tag die Grundlagen der Pneumatik kennen. Pneumatik ist die Technik, mit Luftdruck Arbeit zu verrichten. Hier konnten wir vorrangig praktisch an einer Übungstafel arbeiten, haben natürlich aber auch die theoretischen Grundlagen besprochen. Weitere zwei Tage setzten sich Metalle zum Thema. Wir fertigten einerseits ein eigenes Werkstück aus Metall an und lernten auch die Grundlagen des Gas- und E-Hand-Schweißens. Ein Tag setzte sich die Elektrotechnik mit ihren Grundlagen zum Thema. An den letzten beiden Tagen sprachen wir dann nur über das Thema Lashing/Ladungssicherung und konnten praktisch in einem Kran-Simulator trainieren.
Die Tage vom 04. bis zum 06. September hatten wir dann noch Zeit mit unseren Ausbildungs-Offizieren wichtige Dinge zu klären, da wir ja am 17. September bereits unsere erste Reise beginnen werden.
Währenddessen haben wir auch bereits die wichtigsten Dinge erlernt, die in der ersten Zeit an Bord von Bedeutung sein werden. Beispielsweise, wie wir richtig Ausguck gehen, wie wir richtig steuern und was es auf der Manöverstation alles zu beachten gibt. Aber auch die Hierarchie an Bord eines Schiffes.
Am 17. September geht es dann auf die Gruppenreise.


Basic Safety Training - 12.08.2019 bis 23.08.2019
Gleich im Anschluss an die Starterwoche in Hamburg ging es am Montag direkt nach Elsfleth (das liegt an der Weser zwischen Bremen und Bremerhaven, in der Nähe von Oldenburg). Im Basic-Safety-Training sollten wir die Grundlagen der Gefahrenabwehr an Bord erlernen, aber auch wie wir uns Richtig in Notfällen zu verhalten haben.
Die erste Woche setzte sich die Brandabwehr an Bord zum Thema. Wir lernten in der Theorie, welche Brände es gibt, wie man sie richtig bekämpft und weitere theoretische Grundlagen. Wir konnten dann in der Praxis die Handhabung von unterschiedlichen Feuerlöschern, sowie die Löschung mit Wasser trainieren. Darüber hinaus lernten wir auch das Löschen einer brennenden Person mit Hilfe einer Löschdecke. Natürlich gehörten auch Übungen unter Atemschutz dazu. So lernten wir, wie wir mit Atemschutzgeräten umgehen, wie wir sie zu tragen haben und so weiter. Nach einigen Übungen ging es für uns zunächst unter Atemschutz in einen engen Raum rein. Dort mussten wir unter anderem trainieren, wie man das Atemschutzgerät ab- und auf schultert (zum Teil auch im Dunkeln). Danach ging es für uns in einen Feuercontainer. Hier übten wir unter anderem die Brandbekämpfung unter Atemschutz, aber auch die Personenrettung aus brennenden Räumen. Darüber hinaus hatten wir in der ersten Woche einen Erste-Hilfe-Kurs. Dieser thematisierte neben den obligatorischen Inhalten auch speziell die Erste Hilfe an Bord von Schiffen, da meist Hilfe von Landseite nicht möglich oder nur sehr spät möglich ist.
Die zweite Woche begann dann mit den SOLAS-Verordnungen. SOLAS bedeutet Safety Of Life At Sea. Diese Verordnungen werden von der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) herausgegeben und regeln alle Sicherheitsrelevanten Fragen an Bord eines Seeschiffes. SOLAS wurde nach der Titanic-Katastrophe ins Leben gerufen. Zunächst haben wir über Arbeitssicherheit an Bord gesprochen, sind dann jedoch schnell zur Sicherheit des Schiffes über gegangen. Haben dann zunächst die drei Security-Level (MARSEC-Level) besprochen und dann über moderne Piraterie und Umgang mit solchen Angriffen gesprochen.
Im Anschluss ging es dann um die Themen Überleben auf See und Rettung im und aus dem Wasser. In dem Zusammenhang haben wir auch im Schwimmbad mit einer Rettungsinsel, sowie mit einer Helikopter-Winsch (auch bei Dunkelheit und Wellengang) trainieren können. Darüber hinaus haben wir den Abwurf mit dem Freifallboot geübt. Außerdem gehörte ein Training mit dem Bereitschaftsboot dazu, welches das An- und Ablegen, sowie den Fall Person über Bord behandelte.
Alles in Allem war der Basic Safety Lehrgang sehr interessant und ich habe vieles lernen können.



Starter- und Kennenlernwoche – 05.08.2019 bis 09.08.2019
Die Starterwoche meiner Ausbildung fand vom 05. bis 09. August im Hapag-Lloyd Headquarter in Hamburg an der Binnenalster statt. In der Starterwoche sollten wir einige Informationen über unsere Ausbildung erhalten. Darüber hinaus bestand sie daraus, dass wir uns gegenseitig, aber auch die Stadt Hamburg und das Unternehmen Hapag-Lloyd besser kennen lernen sollten. Wir nahmen größtenteils für eine Woche an der Hafenausbildung der Landazubis teil, hatten aber auch einige Programmpunkte herausgelöst vom Programm der dieser.
Die Woche bestand daraus, dass wir zahlreiche Vorträge über das Unternehmen Hapag-Lloyd, aber auch über die Arbeit auf See, die Arbeit an Land, Container, die Geschichte der Seefahrt und so weiter erhielten. Diese waren sehr interessant. Highlights der Woche waren sicherlich der Besuch des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg, in dem wir auch die Möglichkeit hatten in einem Brückensimulator mal die Aufgaben des Steuermanns, sowie des Kapitäns auf Brücke nachzuempfinden, aber auch vieles über die Geschichte der internationalen und deutschen Seefahrt lernen konnten. Darüber hinaus besuchten wir die „Sajir“. Sie ist ein Containerschiff der Reederei UASC, diese fusionierten mit Hapag-Lloyd. Hapag-Lloyd hat das Schiff mittlerweile umgeflaggt, so dass sie unter deutscher Flagge und damit auch mit Hapag-Lloyd eigener Besatzung fährt. Sie ist das größte Schiff der Flotte unter deutscher Flagge.
Darüber hinaus haben wir MAN PrimeServ besuchen können. Hier werden Teile der Maschinen unter anderem für die Seefahrt repariert, aber auch gebaut/entwickelt. Anschließend haben wir mit allen Seeazubis gegrillt und den Seemannsclub in Hamburg besucht.
Weiterhin haben wir natürlich auch das Headquarter von Hapag-Lloyd kennenlernen dürfen und hatten auch die Möglichkeit mit einem Paternoster-Aufzug zu fahren.
Die erste Woche meiner Ausbildung war sicherlich eine außergewöhnliche Erfahrung. Wir haben als Gruppe unter den Seeazubis einen guten Gruppenzusammenhalt finden können.
Ab nächster Woche geht es für uns Seeazubis nach Elsfleth zum Basic Safety Training. Auch wenn wir ab dann getrennt sein werden in uns Nautischen Offiziersassistenten, die Schiffsmechaniker (die erst ab Donnerstag dazu kommen werden) und die Technischen Offiziers Assistenten. Die Landazubis werden für weitere 2 Wochen Hafenausbildung haben, bis sie dann in die reguläre Ausbildung starten werden.



Reiseberichte 2018
Die erste Reise
5 Wochen von Südamerika nach Europa

Mein Praktikum auf der CMS "Guayaquil Express" der Reederei Hapag-Lloyd führte mich von Lima in Peru bis Valparaíso in Chile, nach Kolumbien, durch den Panama-Kanal, in die Dominikanische Republik über den Atlantik nach Rotterdam und von dort aus über London bis Hamburg. Insgesamt war ich fünf Wochen an Bord.

Nach meiner Bewerbung zum Ferienfahrer-Programm des VDR bekam ich die Zusage als Praktikant bei der Reederei Hapag-Lloyd. Ich erfuhr, dass mich die Reise von Lima in Peru bis Hamburg führen sollte. Und schon ging es auch mit den Vorbereitungen los. Es musste ein ESTA-Visum für die USA beantragt werden, ich musste zusätzliche Impfungen erhalten, ich musste mich über die Reise informieren, Sachen packen ...
Dann ging es los. Zum Flughafen nach Düsseldorf. Hier traf ich dann auch zum ersten Mal meinen Mitpraktikanten. Wir flogen von Düsseldorf nach Madrid. Dort hatten wir einen 9-stündigen Aufenthalt bevor es für uns dann weiter ging in Richtung Peru. Dieser Flug dauerte dann weitere 12 Stunden.

Angekommen in Peru wartete ein Mitarbeiter der lokalen Agentur auf uns. Dieser sollte uns zum Schiff, der ,,Guayaquil Express'' bringen. Stattdessen wurden wir in einem Hotel raus gelassen. Nach einiger Zeit erfuhren wir dann über den Kapitän des Schiffes, dass wir am folgenden Tag erst an Bord kommen können, da das Schiff noch auf Reede (vor Anker) lag und noch nicht in den Hafen von Callao einlaufen konnte. Also ging es für uns erst am nächsten Tag an Bord.
Auf dem Weg zum Schiff mussten wir einige Sicherheitskontrollen durchlaufen bis wir endgültig an Bord gehen konnten. An Bord angekommen lernten wir unsere Besatzung (bestehend aus 18 Philipinos, 2 Polen, 4 Deutschen und uns beiden Praktikanten) nach und nach kennen und uns wurde von anderen Ferienfahrern, die in Callao von Bord gingen das Schiff gezeigt. Dann konnten wir unsere Kammern beziehen.

Wir legten ab und die Reise begann. Als nächsten Hafen liefen wir Puerto Angamos in Chile an. Ein reiner Industriehafen, also blieben wir auch an Bord und haben die Arbeit im Hafen kennenlernen dürfen.
Auf See gab es immer einige Arbeiten, die anstanden. Vom Deckputzen, über Entrostungs- und Malerarbeiten, über Reinigungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten, Kontrollen und Wetterberichten über Navigation, Ausguck und Sicherheit des Schiffes gab es immer etwas zu tun.

Von Puerto Angamos ging es weiter nach Valparaíso. Die ehemalige Salpeterhauptstadt Chiles. Hier gingen wir an Land und bekamen eine Stadtführung.
Nachdem wir 2 Tage in Valparaíso verbracht hatten, ging es für uns zurück in Richtung Norden. Wir legten erneut in Callao, Peru an. Danach führte uns die Reise nach Buenaventura in Kolumbien. In beiden Häfen bin ich nicht an Land gegangen.
Von hier ging es dann in den Panama-Kanal. Als wir vor dem Panama-Kanal auf Reede lagen erlebten wir ein Gewitter. Durch den Panama-Kanal durch und von dort aus nach Cartagena in Kolumbien. Hier hatten wir dann die Möglichkeit die Stadt zu erkunden.
Unser nächster Hafen war Caucedo in der Dominikanischen Republik. Hier hatten wir die Möglichkeit einen Strand zu besuchen und im Meer, bei 28 °C Wassertemperatur, schwimmen zu gehen.

Nach Auslaufen in Caucedo befüllten wir den schiffseigenen Pool mit Meerwasser. Wir begannen nun unsere 11-tägige Atlantiküberquerung und veranstalteten an Bord ein Kickerturnier.
Mittem auf dem Atlantik habe ich einen Mondbogen gesehen. Ein Regenbogen, der nur bei Nacht entsteht und (dadurch, dass wir nachts nur schwarz-weiß sehen) weiß erscheint. Würde man ihn fotografieren, so wäre er bunt.

Nach der Atlantiküberquerung war unser erster "Port of Call" Rotterdam von dort aus ging es dann über London in den Heimathafen der ,,Guayaquil Express'', es ging nach Hamburg. In der Elbmündung bei Cuxhaven trafen wir noch auf die AIDAperla und dann ging es für uns weiter der Elbe entlang, unter der Köhlbrandbrücke entlang bis zum Containerterminal Altenwerder.
Hier endete das 5-wöchige Abenteuer und es ging zurück in die Eifel.

Eine Auswahl an Bildern der Reise ist hier zu finden.
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